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Gleitschirmfliegen auf den Kanaren

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Gleitschirmfliegen auf den Kanaren

Vor der Beschreibung unserer subjektiven Eindrücke eines vorweg: Teneriffa ist KEIN Fluggebiet für Anfänger und Sonntagsflieger! Die vorherrschenden starken NO-Winde sind meist an der Grenze des mit Gleitschirmen fliegerisch Machbaren. Die Startplätze verzeihen oft keine Startabbrüche aufgrund der räumlichen Enge und des schroffen Untergrundes. Hat man das Glück, von einem der wenigen Schulungsplätze starten zu dürfen (Lokale Bewilligung erforderlich – sonst droht die Polizei mit empfindlichen Strafen – immer mühsam; und wenn man dazu noch kein Spanisch kann…) erwartet einen schon die windzerrissene Lee-Thermik (+6.5 m/s und mehr keine Seltenheit) oder eben laminarer Starkwind.

Doppelt schwierig zu handhaben, da man als Pilot zu dieser Jahreszeit ja nur die stille Winterluft gewohnt ist. Aussenlandungen können durch das schroffe Gelände und langstachelige Kakteen auch schnell mal ins Auge gehen – sprich Verknackser, Beinbrüche oder Fleischwunden zur Folge haben. Deswegen sind die dortigen Behörden auch wie Bluthunde hinter den Touri-Fliegern her – jährlich ca. 2 Tote rechtfertigen dieses Vorgehen nicht nur, sondern machen es im Gegenteil sogar nötig!


Allen Unkenrufen zum Trotz: Es liegt einmal mehr an der gesunden Selbsteinschätzung des eigenen Könnens. Deswegen Hut ab vor meinem Begleiter Bäck, der trotz einer dreitägigen windarmen Phase nur 2 mal geflogen ist. Ich selbst brachte es auf insgesamt 7 Flüge. (2 Gleiter – 5 thermisch)

Zudem macht es hier auch tatsächlich Sinn, sich einem der Guides oder Flugschulen anzuvertrauen (siehe Links und Kontakte). Die Preise liegen um die 25-35 €/Tag – bei einer kleinen Gruppe von Flugwilligen wirklich kein Geld. Und damit sollte auch garantiert sein, dass man innerhalb einer Woche wirklich 14 mal fliegt…

Taucho (Lee-Thermik, 650m schöner Startplatz):

Am ehesten anfängertauglich ist dieser nordöstlich von Adeje gelegene SW-Startplatz. Hier trifft man praktisch täglich Kollegen der fliegenden Zunft an. Dies war eigentlich auch unser “Hausberg”. Schnell zu erreichen und durch den direkten Anschluss an den östlich gelegenen Ifonche-Gebirgszug idealer Einstiegspunkt für ausgedehnte Streckenflüge. Ideal ab 14.00 Uhr, da heizt die Sonne so richtig rein.

Anfahrt:
 Bei Adeje abfahren und nach dem Kreisverkehr immer bergwärts. Am besten den Startplatz vom Tal her lokalisieren, sich am Landeplatz beim Einkaufszentrum “Hypertrebol” einer Gruppe anschließen oder nach dem Weg fragen. Es geht zwar relativ steil bergauf – aber auch unser untermotorisierter Ford Ka hat den Aufstieg geschafft…


Ifonche (Lee-Thermik, 1100 m):

Der Ifonche ist eines der schönsten Thermik-Fluggebiete, den Teneriffa zu bieten hat. Mit einer Vielzahl von Startmöglichkeiten kann nach Süd bis West gestartet werden – meist ins Lee. Die thermischen Aufwinde sind aber auch relativ zuverlässig, sodass Flüge selten zu frühzeitigen Absaufern führen sollten. Die Ausnahme bestätigt auch hier wieder die Regel: Einmal zu tief kann die windzerrissene Lee-Thermik einem ganz schöne unfreiwillige Adrenalin-Schübe bescheren: Die schroffen Felsen, die sich bis zum Bergzfuß ziehen, verwirbeln den ohnehin schon turbulenten Landwind noch weiter.
Ich errinnere mich noch heute and die Aussenlandung, die aber glücklicherweise ohne Probleme geendet hat: 3 Mal angesetzt (beim 1. Mal Hausdach anvisiert->Böe; beim 2. Mal saufen über riesigem Kakteenfeld->Böe; beim 3. Mal hatte ich es dann geschafft, im einzigen kakteen- und distelfreien Areal im Umkreis von ca. 50 m aufsetzen zu können – und das dafür butterweich und ohne den Schirm aufzuschlitzen). Nochmals hier der Hinweis: Nur für geübte Piloten! Unkoordinierte Panikschübe sind absolut fehl am Platz: Vielmehr muss man geistesgegenwärtig ALLE Möglichkeiten des zielgerichteten Höhenabbaues schnell und sicher einsetzen können.

Anfahrt:
 Über das Hinterland von Arona nach Escalona (nahe “El Refugio”). Bei einer Kuppe steht ein Gasthaus, dort links. Wird dann später zur Naturstraße. Eine Fülle von Startplätzen sind dann mehr oder weniger weit von der Straße entfernt.

Fasnia (Soaring – nach ALLEN Richtungen!):

DER perfekte Soaring-Hügel von Teneriffa befindet sich auf einer kleinen Kuppe bei Fasnia. Hier kann von NO, S, bis NW wirklich alles geflogen werden, wenn der Wind nicht zu stark ist – wie bei uns das leider jedesmal der Fall war (siehe Bild)…
Die Start- und Top-Landing-Verhältnisse könnten kaum besser sein – das riesige Plateau ist hier eine wahre Spielwiese. Sollte der Wind gar zu schwach sein, kann man etwa gut 100m tiefer zu einer Landeplattform mit Windanzeiger abgleiten.

Anfahrt: Süd-Autobahn, Abfahrt Fasnia. Rauf zum Hügel, der eine kleine weisse Kapelle an seiner Spitze hat. Wirklich schön zu sehen und daher kaum zu verfehlen…

 


Inzana (Observatorium):


Diese Startmöglichkeit konnten wir leider nicht ausfindig machen, aber sei hier trotzdem der Vollständigkeit halber erwähnt. In einer Höhe von 2200m MSL sollen von hier Gleitflüge von bis zu einer dreiviertel Stunde möglich sein – Vorsicht vor der ausserordentlich raschen Wolkenbildung, die wir als “Bodentouristen” selbst beobachten konnten (siehe Video, 844 kB…).

La Corona (bei Los Realejos; N-SO Soaring an der Küste):


Anfahrt:
 Bei Los Realejos von der Nord-Autobahn abfahren. Durch die Stadt zur Bergstraße Richtung “La Corona” schlängeln. Auf Höhe der Sender findet sich links die Abfahrt zum Startplatz. Von dort noch ca. 2 Minuten Fußmarsch bergab.Im feucht-grünen Norden der Insel ist der Startplatz bei La Corona auf etwa 800m Seehöhe gelegen. “Klein aber fein” könnte man das Startfeld charakterisieren. Für Startabbrüche fast kein Platz – also hier keine halben Sachen! Die Umgebung von Los Realejos eröffnet sich von hier oben in voller Pracht. Etwaige Aussenlandungen sollten hier auch glimpflicher abgehen, da viele terassenförmige Wiesen ausreichend Landebahnen bieten. Einziges Problem hier – Mücken, die sich nur allzugern an süßem Pilotenblut laben…


Mesa del Mar (geschlossen, da am Startplatz ein Hotel gebaut wird!)
Ein perfektes Soaring hätte zu früheren Zeiten sicher auch die ca. 100 m Hohe Küste bei Mesa del Mar verheissen (siehe ”Das Land”-Seite). Leider war der Startplatz als wir dort waren eine Hotelbaustelle.

Wenn Du weitere Startplätze weisst, bitte maile sie mir – oder zumindest den Link zu der beschreibenden Site.

 

Links und Kontakte:

Escuela de Parapente Alisios, St. Ursula Tel.: 922 30 03 50, 922 20 02 51
Escuela de Parapente Jama, Valle de Orotava Tel.: 922 64 13 89
Parapente Tenerife, Güimar Tel.: 922 524 263
Parapente Club del Sur, Callao Salvaje Tel.: 922 78 50 38, 922 78 13 57
mob.: 608 64 13 89
Armin, Touchdown,armin@mail.infocanarias.com Tel. mob.: 609 522 984
Mike, deutscher Guide; absolut zu empfehlen Tel. mob.: 619 54 033 67

Top-Linksammlung (“enlaces” sind die Links ;-) ) www.arrakis.es/~mpm00001/
El Refugio, Paragleit-Kompletturlaub www.el-refugio.com
Haupt-Verein www.sportec.es/www/fae/parapente/main.htm

Infos von Alexander Robé, Website von Alex

 

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