Groundhandling

Achtung! Diese Anleitung ist nur für versierte Piloten gedacht! Bitte nicht bei heftigem Starkwind erstmalig probieren, langsam & kontrolliert an die Techniken heran arbeiten! Unbedingt darauf achten, daß Ihr genügend Arbeitsfläche vor Euch habt, Bäume, Abhänge, Lee & Personen beachten!

Mein besonderer Dank an

  • Mike Küng, der mich mit seiner Technik vertraut machte
  • DHV, Karl Slezak, der ein Super Fortbildungsseminar geschaffen hat, an dem ich für den
  • DGFC Jena teilnehmen durfte. Ein Klasse Verein!

Das ist kein obligatorisches Dankeschön! Ihr habt das folgende erst möglich gemacht. Ich hoffe Ihr seid zufrieden mit dem Ergebnis.

Weiter herzlichen Dank für die konstruktiven Hinweise von

  • Annegret Jahn (alle Photos, so weit nicht anders vermerkt. Okay: ich hab´ auch ein paar gemacht & nachbearbeitet. -Ich danke mir selbst)
  • Cristoph Riehs, der dankenswerterweise den Lektor spielte und auch darum bat, das “Gebetsbuchkärtchen” auf der Front zu verwenden. (Du bist jetzt selbst schuld an Deinem Unglück!)
  • Markus Haupt für seine Ausführungen
  • Peter Bruckner für seinen Hinweis
  • Michael Stübing für die Veröffentlichung
  • Kay Büchmann für die Veröffentlichung (Aber sicher, Werner!)

Für Erfahrungen, Anregungen und Kritik bin ich weiter dankbar. Dies ist ein freies Skript aus der Flieger- Gemeinde für die Gemeinde. Alle Beteiligten wünschen aber keine gewerbliche Verwendung oder kommerzielle Nutzung –auch nicht in Auszügen- ohne die Zustimmung des Autors / der Autoren.

Wilsdruff, 22.09.02, Werner Griesshaber griesshaberarc@hotmail.com

So. Fangen wir an:

Es gibt die verschiedensten Starttechniken. Im wesentlichen sind das:

  • Vorwärtsstart – das kennst Du aus der Flugschule
  • Rückwärtsstart, Bremsleinen “gekeuzt” in der “richtigen” Hand
  • Rückwärtsstar, Bremsleinen in der “falschen Hand” mit “loslassen” nach dem Eindrehen
  • Sog. “australisch” mit A-Gurten in einer Hand

Hey, wenn Du mit Deiner “alten” Technik immer gut zurecht kommst, hast Du nicht wirklich einen Grund irgend etwas zu ändern. Ich meine auch, alle diese Techniken haben bei bestimmten Bedingungen oder Geräten ihre Berechtigung und sind daher sinnvoll.

Nur: wenn Du “Deine” Technik beherrscht, kennst Du auch deren Nachteile. Die hier vorgestellte Küng-Technik ist eher ein Zusatzangebot an Dich. -Kein Muss, kein Zwang. -Dies ist ein freies Land. Mich hat sie schlicht überzeugt.

Probier halt aus, ob sie für Dich richtig ist.

Weshalb? Nun vordergründig reden wir natürlich “nur” über eine weitere Starttechnik.

Weitergehend erweitert Mad Mike Küng aber das Einsatzgebiet des Gleitschirmes ganz erheblich. Die Technik erscheint mir sicherer und kontrollierbarer, als alles andere was ich bisher selbst beherrscht habe.

Aber das wichtigste an sich: Mal endlich Spaß haben beim Bodenhandling! Wir haben uns lang genug gelangweilt!

Vorbereitung:

Du stehst rückwärts. Schirm rund vor Dir ausgelegt, Kappe geöffnet, leicht aufstehend.Dazu greifst Du direkt von oben auf die C &D Leinenschlösser.

Richtig: auf die Schlösser (Aber bitte nicht hinein! Abgerissene Fingerglieder sind kein Zeichen überzeugender Starttechnik ;-)

Hinweis: Es erscheint mir immer als sinnvoll und notwendig durch leichtes Anheben des Schirms Windrichtung und -stärke vorab zu testen. Das hilft Dir

  1. beim Auslegen der Kappe
  2. zeigt Dir genaue Windrichtung
  3. Du kannst die Leinen in Ruhe kontrollieren

Beine leicht angewinkelt, gibst Du dem Schirm aus der Hocke heraus einen leichten Impuls nach hinten.
Der Schirm soll in diesem Stadium den Boden -wenn überhaupt- nur minimal verlassen (30cm max.)
Wenn es Dir zu stark ist, sofort und heftig durchziehen. Der Spuk ist dann sofort zu Ende und der Schirm liegt wieder vor Dir.

Zur Technik an sich:

Start Variante 1:

“Tobias Schreiner” führt aus:

Wenig gestreckte Schirme, die bei Nullwind gut starten, eignen sich dafür in der Regel hervorragend (…für diese Technik). Hinten-Hängenbleiber ziehen dich einfach in die Pampa, bei gestreckten Hochleistern kommen oft nur die Ohren hoch und schlagen im V zusammen. Mit einem Schirm, bei dem´s klappt, ist´s aber ein Heidenspaß. Ichhab´s probiert (und geschafft) mit Octan, Epsilon3, Dragon. Mit dem Proton und dem Radical hat´s nicht geklappt, die haben die Ohren zuerst hochgenommen.


Geh´n wir´s also an: Du greifst direkt von oben auf die C&D Leinenschlösser. Nein mach Dir nicht die Mühe über Kreuz zu fassen Du willst die Leinen genau so vor Dir haben, wenn der Schirm steht.

Grundhaltung

Dann gehst Du leicht in die Hocke und gibst dem Schirm durch den Oberkörper einen satten Impuls nach hinten.
Der Schirm hebt sich und wird über Dir stehen.

Diese Variante funktioniert bei bestimmten Schirmen nicht. Sie kommen ohne Führung nicht hoch. Du gehst dann über zu der 2. Variante.

Variante:

Du steuerst das Ganze über C&D durch nicht zu zaghafte Impulse. Gegebenenfalls mußt Du noch mal mit einer Hand auf eine A-Leine umgreifen um den Schirm leicht anheben um zu korrigieren.

Wichtig: Warte dann am Boden eine ruhige Windphase ab.

Greife mit dem Daumen in die Steuerleine, die Du nach dem Ausdrehen in der Hand behältst. (-Pst: das ist Deine Schokoladenseite)
Dann dreh dich aus und greife im selben Moment mit der freien Hand nach der anderen Steuerleine.
Nun bist Du “Ready for Take off.”

Hinweis: Es wird Dir nun auch klar, weshalb Du eine ruhige Windphase abwarten solltest:

  • Du hast für den Bruchteil einer Sekunde nur eine Bremsleine zur Verfügung.
  • Du mußt Dich so nicht mehr ausschließlich den Umgebungsbedingungen widmen, sondern kannst so Deine Aufmerksamkeit auf das Umgreifen verwenden.

“peter bruckner” schrieb hierzu in Ergänzung:

bei all den beschriebenen Varianten kann wunderbar durch Einsatz der Hüfte (Wegdrehen) der Schirm mitkontrolliert werden, sollte er sich beim Start/wenn er über Dir ist, versuchen sich Weg-zu-Drehen.- bei starkem Wind C-D-Leinen greifen und sich mit Schwung rückwärts hinsetzen, der Schirm steigt schnell, Du stehst auf, bremst ein wenig über die C-/D-Leinen und Dich zieht es ad hoc 3 und mehr Meter hoch. Kontrollierter Zug an C-/D-Leinen und Du bleibst in der Luft oder schwebst langsam zu Boden. Is wie Jo-Jo Spielen und macht mächtig Spaß. Voraussetzung: genügend starker Wind.

Gefahr: zu starker Zug an den Leinen bringt Dich unsaft zurück zum Boden !!!

Aber es gibt ja sicherlich noch 1001 nette Möglichkeiten, mit dem Schirm zu spielen, z.B. schräg sich über den Hang vom Schirm hochziehen lassen und sich dann dynamisch Auszudrehen …..

Einfach sich dem Spieltrieb hingeben ….. :-

Peter(news:3D88F66B.D504C2D0@hotmail.com.)

“Werner Griesshaber” schrieb darauf: (Okay: ich zitiere mich hier selbst…)

Das “Aushebeln”, das Du beschreibst, erscheint mir auch für sehr erfahrene, routinierte Piloten nur sehr eingeschränkt ratsam. Da muß schon alles automatisch ablaufen und man behält besser einen sehr kühlen Kopf. Richtigist aber, daß Du tatsächlich durch den Griff auf C&D den Schirm kontrollierst und nicht umgekehrt. Ich selbst bevorzuge es, erst mal zu stehen, Schirm über mir, alles in Ordnung zu wissen und dann los zu toben. Okay: das hat Gründe, die in einem meiner Unfälle liegen. Ich denke aber, ich verpasse nix in der einen halben Sekunde, fühle mich sicherer und kann dann richtig los legen.

Werner (news:amcl7n$1l9$01$1@news.t-online.com…)

Start Variante 2

Startvariante 2

  • Du greifst auf die A- Leinenschlösser. (Nein, nicht über Kreuz!)
  • Auch hier gehst Du wieder leicht in die Hocke. Nun gibst Du den Impuls über die Leinen und unterstützt das Ganze durch Zurücklegen des Oberkörper.
  • Ungefähr im letzten Drittel des Aufsteigens greifst Du wieder von oben auf die C&D Leinenschlösser. Die liegen bei manchen Schirmen sehr eng an und es bedarf etwas Übung nicht die B-Leinen zu erwischen.
  • Mt C&D steuerst Du dann das letzte Drittel des Steigens und verhinderst damit das “Überschiessen”.
  • Auch hier steuerst Du den Schirm weiter über C&D. Gegebenenfalls mußt Du noch mal mit einer Hand auf eine A-Leine umgreifen um den Schirm leicht zu korrigieren.
  • Ruhige Windphase abwarten, mit dem Daumen in die Steuerleine, die Du nach dem Ausdrehen in der Hand behältst, ausdrehen und im selben Moment mit der freien Hand nach der anderen Steuerleine greifen. “Ready for Take off.”

Du hast also nun den Schirm über Dir. Was nun? Simpel:

  1. Du hast die Entscheidung bereits beim Auslegen getroffen, ob der Wind für dich paßt oder nicht. Also: Du verabschiedest Dich.
  2. Du merkst erst jetzt: Es paßt ja doch nicht. (Manche brauchen dafür manchmal etwas länger…)
    Da gibt´s nur eins: wieder leicht in die Hocke, und im hochkommen blitzschnell rückwärts umdrehen, in die C&D Schlösser greifen und den Flügel durch heftigen Impuls auf den Boden zwingen.
    -Es hilft bei diesem Prozess 2 bis 3 Schritte rückwärts mit dem Schirm mitzugehen und erst dann einzudrehen.
  3. Du fängst das Spielen an. (bitte nicht am Sartplatz wenn andere warten! Diese Art von Showeinlagen haben nicht den erwünschten Bewunderungseffekt. Das Volk reagiert darauf mit ziemlichem Unmut. -berechtigterweise!)

Fangen wir prinzipiell an:

  • Zum Spielen bleibst Du besser in der Rückwärtsposition.
  • Vergess beim Spielen die Steuergriffe komplett. -ernstlich!
  • Arbeite -gerade wenn Du die Technik lernst- beim “Bremsen” erst einmal ausschließlich mit C&D.

Weshalb? Nun einerseits kann ich nicht abschätzen, bei welchem Wind Ihr draußen steht, wenn Ihr das Ganze zum ersten Mal probiert. Über C&D habt Ihr in jedem Fall volle Kontrolle. Fakt. Andererseits habe ich für mich bemerkt, daß sich über C&D nicht nur heftige Impulse geben lassen, vielmehr läßt sich das auch sehr wohl dosiert und feinmotorisch anwenden.

Deshalb mein persönlicher Rat: Fangt erst mal so an. Arbeitet Euch vom Groben hin zum Feinen. Also:

1. Schritt: C&D mit heftigen Impulsen. Ihr bekommt dann die Sicherheit, daß Ihr alles jederzeit beenden könnt.

2. Schritt: C&D sanfter, sensibler einsetzen. -Das ganze Spektrum an Möglichkeiten auschecken.

3. Schritt: Wenn Ihr sicherer seid, geht etwas weiter und steuert ausschließlich über die gute Dora.

Zum Ausdrehen noch kurz der alte Hinweis: konzentriere Dich auf das Ausdrehen auf Deine Schokoladenseite und übe nur diese Seite. Es wird Dir in Leib und Blut übergehen und Du wirst Dir die Leinen bald schon automatisch richtig hinlegen. Vergeße für dieses Manöver, daß Du überhaupt eine “schwarze” Seite hast. Genieße unbeschwert die süßen Seiten an Dir. :-)

Spielen die Erste:

  • Führe den Flügel mit beiden Händen an den A-Leinen hoch. -Nicht Australisch und nicht gekreuzt. Mach Dir gar nicht die Mühe. Ganz einfach: Faß die überkreuzten Leinen so an, wie dir die Arme gewachsen sind. –das hatten wir schon durch, richtig?
  • Dann bring den Flügel hoch!
  • Greif gegen Ende des Steigens beherzt um in C&D. Jetzt zieh durch! – uuuuund halten… “Bowwww!”. Shite –da liegt er wieder unten…
  • Shite? –Nicht wirklich. Hast Du bemerkt, wie schnell und wie kontrolliert das Ding wieder runter kam? Hast Du drauf geachtet: Nix mehr mit blutigen Flossen Steuerleinen wickeln!
  • Nix mehr mit “Arme hinter dem Rücken” quer über den Acker, durch den frischen Dung glücklicher Kühe gezogen werden?

Also Flieger: Vergiß den Scheiß! Mike Küng bringt Dir die Würde zurück! :-)

Nun sag nicht: “Ä- Ä- Ährlich?”. Versuch´s einfach noch mal! Super Gelle? Alles unter Kontrolle!

Das war nicht schwer,oder? Macht nix, wenn Du versehentlich auch B Gurte erwischt hast. Deine Griffe werden mit jedem Versuch immer sicherer. 

Erste Panik – Attacke vorbei? Ruhiger geworden?

Nun schau mal: Bring den Schirm mal nur 50 cm bis 1 m über den Boden. Such´s Dir aus. Halt´ ihn dort über eine kleine Melodie in A, C & D –Leinen.

 

Zu schwierig? Okay:

  • Hoch an A. Stehen lassen.
  • Umgreifen auf C&D. Saaanft!. Nur grade soviel, daß er nicht steigt. Er fällt? Zupf die A- Gurte… Du bekommst das hin!
  • Achte darauf, von oben auf alle Gurte bzw. Gurtschlösser zuzugreifen. Selbst bei Schirmen an denen die Gurte sehr eng zusammen liegen wirst Du nach einiger Zeit mitbekommen, daß Du sicherer wirst und Deine Gurte besser findest.
  • Ach so ja Du bewegst Dich laufend ohne, daß Du das bewußt wahr genommen hast. -man macht das fast automatisch. Stimmt´s?. Wenn Du aber sicherer geworden bist und Dein Flügel steht: Versuch mal bewußt herauszufinden, was er tut, wenn Du dich seitlich bewegst oder vor und zurück.
  • Korrigiere das in einem ersten Schritt wieder über die Leinen. Du lernst so die Koordination zwischen Bewegung und Steuerbewegung.

Im zweiten Schritt versuch mal nur über den Körper den Schirm auszugleichen. Dazu müssen aber zwei Dinge ruhig sein: Du selbst und der Wind. Sonst wird aus dieser kleinen Meditation schnell Bockmist.

Das ist der Zweck der Übung:

  1. Du entwickelst ein Gefühl für den Schirm
  2. Du entwickelst ein Gefühl für die Gurte
  3. Du entwickelst ein Gefühl für Dich.

Gut. Du hast alles im Griff –nur den Wind nicht? Äääähem: Das ist die 4. Komponente. Und die gilt es –zu unser aller Unwillen- eben auch einzubeziehen: Er ist die übergeordnete Gewalt: Du wirst ihn nicht beherrschen können. Du kannst nicht gegen ihn -nur mit ihm. Du mußt ihn spielen. Sonst spielt er Dich und Deinen Schirm. Du mußt ihn fühlen. –sowohl über Deinen Schirm, als auch über Deinen Körper und Deine Wahrnehmung.

Ich weiß: Klingt halb esotherisch. Aber achte mal auf Dein Gehör. Ruhige Phasen klingen anders als bewegtere. Achte mal auf Deinen Nacken. Du wirst seine Stärke fühlen. Achte mal auf Temperaturschwankungen im Wind. Ein wichtiges Element hinter her, wenn Du fliegst.

So Schluß mit dieser windigen Philosophie. Das Ding kachelt los. Gut so. Genug im halbhohen Zustand geübt. Bring ihn eben hoch.

Nun von vorne: Gib ihm massive, kurze, kräftige Impulse über C&D.

Nein diesmal nicht bis “Schirm-Down” Halt Ihn oben. Du hast sehr bald das Gefühl raus, wann er fällt. Dann laß nach. Halt ihn über Dir.

Wieder kräftige Impulse.

Verinnerliche das: Kräftig in den C&D arbeiten.

Mach Dir keine Gedanken, daß er dir auf den Boden kracht. Es wird Dich beruhigen zu wissen, daß Du alles sehr schnell beenden kannst wenn´s brenzlig wird oder Du unsicher wirst.

Führe ihn dann einfach wieder an A hinauf.


Du bist sicherer geworden? Okay. Schau den Flügel nicht mehr an. Fühle nur noch was passiert. Bewege Dich ohne hin zu schauen. Erahne den Wind. Mist. Du kannst ihn ja von hinten nicht kommen sehn. Egal. Konzentriere dich auf Deine Leinenarbeit. Werde innerlich ruhig und zuversichtlich über Deine Fähigkeiten.

Und noch eins: Hab´ Spaß, Spaß Spaß.

Später versuch mal folgende Übung:

Um das ganze Umgreifen zu verinnerlichen, habe ich geübt den Flügel 50 cm über dem Boden zu halten, ihn dann über die A-Gurte auf 2/3 Höhe zu bringen um ihn dann wieder über C&D nach unten zu bringen. Versuch mal keine Bodenberührung zu haben und das Auf und Ab sehr flüssig zu halten.
Mit dieser Übung gewöhnst Du Dich sehr leicht an das Umgreifen, findest die Leinen schneller und gewöhnst Dich sehr schnell an die ungewohnten Griffe für Piloten (m): Es sollte eben wie ein Winke-Winke- Signal an die hübsche Zuschauerin rüber kommen.
Warnung für Piloten (w): Man erlangt damit leicht die Aufmerksamkeit von Piloten(m)

War das Motivation genug? :-)

Gruppenspiele
Spielen die Zweite:

Christoph Ries gab den Hinweis auf Mike Küng -jupp, den Meister persönlich- Der verkündet seinem Volk: “Immer zuerst in D spielen. Erst wenn´s zuviel ist, in C&D greifen.”
Hey, will ich dem Meister selbst widersprechen? Nein. Nein. Nein. –ich Unwürdiger.
Man kann gerade bei günstigem (etwas schwächerem) Wind regelrecht feinfühlig in D diese Riesenfläche spielen.

“Ja verdammt: warum fangen wir dann mit C&D an?” Nun: zum einen fing Mike in seinem Seminar auch so an. Tja: werd´ ich ihm den Lehrplan durcheinander schmeißen? “Nein” und nochmal “Nein!”.

Dann hab´ich aber bemerkt, daß das auch Methode hat. Zum einen waren die Bewegungsabläufe anfangs doch recht grob motorisch. Hey: man hat Jahre mit einer Technik gelebt, diese verfeinert und ist immer besser geworden. Und nun alles Neu!

Neu? Nicht wirklich:

Man wurde sicherer in dem was man tat. Alles war sofort zu Ende, wenn man es bestimmte. Das beruhigt die Nerven. Man wurde ruhiger, verstand langsam, daß die Reaktionen des Schirms noch immer die selben blieben und erhielt so auch ein sehr gutes Gespür für die Feinheiten:

Du wirst bereits selbst beim heftigen Impuls bemerkt haben, daß sich dieser auch leichter dosieren läßt. Insbesondere aber in leichterem Wind ist es recht frustrierend, wenn der Schirm dauernd runter kracht. Das beruhigt zwar zu wissen, wird auf Dauer aber recht nervig.

Okay verfeinern wir das Ganze mal:

  • Statt auf die C&D Schlösser zu greifen, lassen wir nun nicht nur die Bremsleinen, sondern auch die C-Leinen in Ruhe.
  • Wir bringen den Schirm wieder über uns und greifen nun ganz beherzt –wieder von oben- in die D- Leinen.
  • Führe die Leinen anfangs direkt in der Faust. Geht nicht so gut gell? Das Ding fängt an in Deinem Handschuh zu laufen.

Also wickeln!

Nein! Nein, Nein. Böse, böse, böse. Verletzungsgefahr, Mensch!!!

Wir brauchen also eine Methode die Leinen einerseits fest zu halten, anderseits sollen sie aber sofort auch rausflutschen, wenn der Zug heftig wird und wir in C&D greifen müssen.

Versuch´s mal so. Das funktioniert bei mir ganz gut.

Vorschlag

  • Schnapp Dir die Leine mit der ganzen Hand.
  • Führe sie um kleinen Finger und Ringfinger
  • Halte sie mit dem Daumen zwischen Zeigefinger und Mittelfinger fest.- Kingt etwas verknispelt, tatsächlich macht man das aber automatisch.

Du kannst Dir nun sicher vorstellen:

Du die Hand öffnest, weil der Zug zu groß wird, oder weil Du in die andren Leinen willst, flupt die Schnur von selbst raus.

Also bitte: Nicht wickeln. Du hast genügend Kraft zur Verfügung. Wenn es Dir zu heftig wird öffnen, auslassen und umgreifen. Das war´s. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

 

Eine Riesenshow und der absolute Spitzenhammer ist aber folgendes:

  • Versuch mal die Leinen so in der Hand zu halten, daß sie über die Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger wieder auslaufen.
  • Wenn Du dann dieses Riesentier so über Dir führst, macht das einen Waaahnsinns Eindruck! – gerade bei Leuten, die was davon verstehen: Ein Gleitschirm mit 2 Fingern führen!!! Suuper!

Okay: Du hast nicht wirklich vermutet, daß hier so miese, kleine Taschenspielertricks um ihrer selbst willen verrate, oder? Hey: Vielen Dank!

Ne ernstlich: Der eigentliche Grund, weshalb ich diese Spielerei empfehle ist folgender: Das vermittelt Dir ein äußerst sensibles Gefühl für das was da oben geschieht. Du wirst bemerken, daß die Reaktionen deines Flügels nicht mehr ganz so massiv rüber kommen. Deine Impulse sind sensibel, also wird auch das Tuch über Dir wesentlich sanfter werden. Du wirst Dich wundern, wie lange man so einen großen Schirm über 2 Finger halten kann… Das andere Ding ist aber: Du verstehst Deinen Riesenflügel plötzlich nicht mehr als Riesenteil. Er führt sich und verhält sich wie ein kleiner Kite.

Hey, jetzt nur nicht übermütig und überheblich werden. Du solltest die Kräfte besser kennen, die das Tuch dort oben entwickeln kann. Aber kanntest Du diese “sensible, sanfte Seite” Deines Schirms?

Sensible Seite

Vergesse bitte die C-Leinen auch weiterhin nicht! Du brauchst sie sofort, sobald Du Dich überfordert fühlst. Schnapp sie Dir zu jedem Zeitpunkt um dem Spiel ein Ende zu bereiten.

Übe -gerade zu Beginn- ein paar mal das zusätzliche Eingreifen in diese Ebene. Es wird dich sicherer machen.

Wenn Du dich nun sicher fühlst, dann probier mal eine super Konditionsübung: Fang an zu spielen. Spiele eingedreht. Lenke deinen Schirm wie einen Kite nur über die D-Ebene. Laß ihn laufen. Vor, zurück, nach links, nach rechts. Lauf mit. Du wirst erstaunt sein, daß sich das Riesending, welches Dich ansonsten in die Lüfte trägt, wie ein kleiner Kite spielen läßt.

Vergesse bitte auch die Pausen nicht. Wenn deine körperliche Kondition nachläßt, läßt auch Deine Konzentration nach. Du machst Fehler. Das ist einerseits frustrierend und Dir geht der Spaß an der Sache verloren. Wichtiger ist aber, Du machst Fehler und die Verletzungsgefahr steigt.

Wenn Du dann physisch und psychisch fertig bist, komm zur Ruhe!

Versuche folgendes: Dreh Dich aus. Laß den Schirm einfach so über Dir stehen. Schließe die Augen. Genieße das Gefühl der Leere. Deine Bewegungen gehen automatisch auf den Schirm ein. Wenn Du nicht mehr darüber nachdenken mußt was Du tust, stellt sich das Gefühl des Schwebens ein. Genieße einfach die Bewegung .des Schirms und den Wind. Das ist übrigens auch eine gute Übung um schlicht das Gefühl für den Schirm zu sensibilisieren um sich an das Verhalten in der Luft zu gewöhnen. Das sollte aber bewußt geschehen. Nimm dazu aber die Bremsschlaufen in die Hand. Das vermittelt Dir ein realistischeres Bild.

Diese Übungen solltest Du bei etwas schwächerem Wind durchziehen. Führe und benutze Deinen Schirm wie einen Kite. In laminarem Wind kannst Du alles leichter kontrollieren und zur Ruhe kommen. Bei leichten Böen ist dagegen der Lerneffekt größer. Du wirst sensibler für die Reaktion des Schirms. Der entwickelt unter Umständen ein heftiges Eigenleben. Darum: C-Leinen nicht vergessen.

Okay, Du hast noch immer nicht genug? Nimm das:

Die große Form des Winke-Winke:
Pilotenstellung eingedreht. Steuerung über D-Leinen oder Bremsschlaufen. Und jetzt bringe das Ding mal in die diagonale Schräglage. Rechtes Ohr unten. Haste?
Sofort in die andere Richtung: Linkes Ohr unten. -und zurück. Der Flügel soll in seiner Bewegung eine flüssige Acht beschreiben. Hey: Du rennst hinter ihm her? Falsch! Der Pilot bleibt an seinem Ort.

Viel Spaß !

Kommen wir zu Spielen 3:

Jetzt wird´s ernst. Starkwind. Bitte fangt nicht damit an. Durchlauft erst die ersten beiden Stufen!

Ihr steht weiter rückwärts -und bleibt so. Ihr bringt den Schirm wie beschrieben über die A-Ebene nach oben. –ich hab ja schon gesagt: nicht jeder Schirm kommt allein mit Körperimpuls hoch.

Zur Erinnerung: ”Tobias Schreiner” führte aus:

Wenig gestreckte Schirme, die bei Nullwind gut starten, eignen sich dafür in der Regel hervorragend (…für diese Technik). Hinten-Hängenbleiber ziehen dich einfach in die Pampa, bei gestreckten Hochleistern kommen oft nur die Ohren hoch und schlagen im V zusammen. Mit einem Schirm, bei dem´s klappt, ist´s aber ein Heidenspaß. Ichhab´s probiert (und geschafft) mit Octan, Epsilon3, Dragon. Mit dem Proton und dem Radical hat´s nicht geklappt, die haben die Ohren zuerst hochgenommen.


Also noch mal: Schirm wie zu Beginn beschrieben nach oben. Schau halt mal wie ihr -Du und Dein Schirm- die besten Resultate bei Starkwind erzielt. Dann–etwa im obersten Drittel des Aufsteigens- beherzter Griff nach C&D. Leicht 2 bis 3 Schritte auf den Schirm zugehen. Dann haltet Ihr den Schirm über Euch.

 

Ihr werdet merken, daß Euch das impulsive Reißen nicht mehr allzu weit bringt. Die Reaktionen des Schirms sind direkter und schlagen voll durch.

Gut Ihr habt nun wieder die Gewißheit, daß er wieder runter kommt. Aber das ist jetzt nicht mehr das Ziel der Übung. Das mußt Du nun intus haben. Wenn nicht: Zusammenpacken!!!

Hey mal ehrlich und ernstlich. Hör auf. Starker Wind ist nicht der richtige Zeitpunkt um Grundlagen zu erarbeiten.

  • vergeht Dir der Spass an der Sache
  • steigt die Verletzungsgefahr.

Folglich: trink nett ein Bier, quatsch ´a bisl mit den Typen rum und wart´ ne ruhige Phase ab.

Es ist kein Problem die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Im Gegenteil. –Das sind die Basics. Und mal ehrlich lieber ne Stunde Spaß mit den Kumpels als sich in 5 Minuten die Laune und die Knochen kaputt machen. Das ist nicht Sinn und Zweck der Übung.

Man lernt auch ne ganze Menge durch Beobachtung. Okay und so ein paar nette bösartige Kommentare über die “schönen Künste” anderer, tragen doch sehr zum eigenen Wohlbefinden bei. ´tschuldigung, das mußte hier eingefügt werden. Ich hab´ lang genug gebraucht um mir das in meinen eigenen Kasten rein zu hauen. Da will man ja nicht mit seinen Erkenntnissen hinterm Baum halten.

Also noch mal von vorne. Lesen bringt ja erst mal keinen Schaden. Ihr wollt´s ja doch wissen:

  • Schirm nach oben
  • Umfassen auf C&D
  • 2 Schritte entgegengehen
  • Schirm über Euch.

Bringt nun die C&D leicht nach außen. -Nur soweit, daß der Schirm an Ort und Stelle stehen bleibt. Das habt Ihr beim impulsiven Reißen bereits unbewußt getan. Jetzt wird es Zeit dies bewußt und dossiert anzuwenden.

Check mal aus, wann der Strömungsabriß einsetzt. Dann arbeite nur noch in diesem sehr engen Bereich zwischen “Vollflug” und “Strömungsabriss”.


Du wirst bemerken, daß die Haltung von Händen und Armen etwas bequemer wird. Versuch nun ganz bewußt den Schirm oben zu halten. Hände immer an C&D. Du bekommst “weiche Knie” bei dem was da oben ab geht? Hey gar nicht schlecht! Machst Du eh automatisch? Du bist ein guter Flieger! Versuch mal weiter locker und in den Beinen “weich” zu bleiben!

Läuft so weit gut?

Bring ihn dann doch mal zurück auf 2/3 und wieder zurück nach oben.
Ganz schöne Kräfte, die da oben ab geh´n, gell? Bist Du schön mitgelaufen? –Guuuut gemacht! Aber es ist gut zu wissen, daß man sich näher am Grenzbereich befindet!

Aber hast Du bemerkt: Du drehst Dich zu keinem Zeitpunkt aus. Du hast mit dieser Technik endlich den Dreh gefunden, das schon im Ansatz zu unterbinden. Man kann sich regelrecht gegen die C&D Leinen abstützen.

Darum: Hände bleiben weiter an C&D.

Psst: nicht weiter sagen und außerhalb des Protokolls:

  • Ich hab´ne ganze Menge Zeit aufgewendet um meine Photos nachzubearbeiten. –will ja keine falschen Techniken zeigen. Was ist passiert?
  • Nun ich hab´mich mehrfach ablichten lassen, wie ich nur über C-Gurte manöverierte. Hab´s selbst gar nicht bemerkt. Erst später beim Aussuchen der Pics.
  • Weshalb ich das erwähne? Nun einfach: Ihr kommt auch allein mit C-Ebene ganz gut zurecht. Insbesondere in etwas schwächeren Konditionen.
  • Dennoch ganz schlicht: Zum Lernen bitte C&D. Das ist effektiver in der Wirkung. Und man geht schließlich nicht durch eine Lernerfahrung um “halbe Sachen” zu verinnerlichen.

Anschließend herrscht wieder die Freiheit der fliegerischen Vielfalt.

Also nächster Schritt:

Führe den Schirm seitlich. Lauf unter ihm her. -immer noch eingedreht, Hände weiter an C&D.

Du wirst auch bei dieser Laufübung bemerkt haben, daß Du Dich zu keinem Zeitpunkt ungewollt ausdrehst. Ein großer Vorteil dieser Technik. Du hast immer zwei stabile Gurte vor dir, an denen Du Dich festhalten kannst und Dich sofort zurück in die richtige Lage versetzen kannst.

Auch den zweiten Faktor hast Du bemerkt: Das Ding ist dann unten, wenn Du es willst. -und es bleibt da.

Das macht die Küng-Technik für mich so überlegen. -Eben und gerade im Starkwind. Hey: wenn Du mit ner andern Technik gut zurecht kommst fein. Dies ist ein freies Land! -auch ich hab´ mir das Recht genommen zu vergleichen! Gut -eher unfreiwillig:

Wir haben uns an diesem einen Tag das volle Programm gegeben. Alle wie wir da waren, waren wir ausgelaugt und ausgezehrt. Küng versprach uns zum Abend den erhofften Starkwind. Wir schlichen nur noch über die Wasserkuppe. Weg von der Übungswiese, hinüber zum Startplatz. Wir konnten dort ruhig “händeln” -s´ hat sich keiner mehr raus getraut von hier. Die Schirme flogen rückwärts.

Küng hatte im Lauf des Tages den Spruch gelassen: “Mein Schirm ist noch immer in der Luft, wenn alle anderen schon unten liegen.” Verflucht! Küng packt den Schirm aus und fängt an zu spielen. Wahnsinn! Ich schnapp mir mein Ding, leg´es mir hin. Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, wie ich die A-Gurte in die Hand nahm…

Hoch das Ding! Ich komme kurz vor einer Baumgruppe wieder zu stehen. Mit geschulterter Riesenrosette zurück zum Ausgangspunkt. Küng spielt noch immer!

Zweiter Versuch. Wieder bis zu den Bäumen. Küng noch immer beim spielen! Scheiße! Der Weg zurück gibt mir Gelegenheit nachzudenken. Was ist falsch gelaufen? Verdammt! Ich hatte den ganzen Tag geübt und jetzt wo es darauf ankommt! Shite: Frag mich mal ob es Unkonzentriertheit war, oder ob ich unter dieser Anspannung schlicht in die alten, vermeintlich bewährten, Muster zurückgefallen war. Fakt ist: Ich hab genau meine alte Technik angewendet.

Ich war nur noch wütend. Küng grinste. -auch noch!

Das gibt mir den Rest. “Verdammt, wenn es bei ihm funktioniert, -weshalb soll es nicht bei Dir klappen?” Ich leg´ mir den Schirm hin. Konzentriert nehme ich die A-Leinen. Das Viech wird zum Tier! -schießt nach oben! Ich greife um auf C&D: Er steht. Er steht über mir. Bewegt sich keinen Mucks. “F**k Küng!” Ich hab´ jetzt keine Zeit für Küng. Aber, er hat Gesellschaft bekommen.

Ein erster, schöner Erfolg für mich. Ein schöner Erfolg für ihn als Lehrer.

Langsam beginne auch ich zu spielen. Laufe. Laß mich tragen. Meine Jumps werden immer höher. Es dreht mich nicht aus! Der Schirm kommt dann wieder auf den Boden, wenn ich zurück will. Ich bin glücklich.

Übung:

Ihr seid mehrere Piloten. Schirme hoch. Ihr versucht nun, jeder gegen jeden, dem anderen den Schirm runter zu bringen. Dessen Schirm den Boden berührt hat, der fällt aus, hat verloren. Das gilt auch für den Angreifer. Es gilt der reine Luftkampf. Bodycheck nicht erlaubt.
Es gibt verschiedene Techniken: In Anströmrichtung hinter den Schirm der Andern kommen, den eigenen Schirm in die Kappe des Andern führen, oder, für Pazifisten: ganz einfach das Weite suchen.
Bei großen Gruppen kleinere Gruppen bilden und Vorausscheidung treffen. Der Sieger qualifiziert sich für die Endrunde. Dort hauen sich dann die Matadore selbst k.o.

 

Hohe Schule des Bodenhandling

Rahmenbedingungen haben wir besprochen.

Bitte nicht bei heftigem Starkwind erstmalig probieren. Langsam & kontrolliert heran arbeiten! Unbedingt darauf achten, daß Ihr genügend Arbeitsfläche vor Euch habt Bäume, Abhänge, Lee & Personen beachten Kopfschutz und Handschuhe sind jetzt nicht allein Pflicht, sondern notwendiges Arbeitszeug.

Ansonsten: Starttechnik wie vor:

Variante 1: Du greifst direkt von oben in die C &D Leinenschlösser. Schirm durch den Oberkörper mit einen satten Impuls nach oben.

Variante 2: Du greifst auf die A- Leinenschlösser und führst den Schirm hoch.

Der Schirm hebt sich und wird über Dir stehen. Du steuerst das Ganze über C&D – jetzt wirklich mit kräftigen Impulsen über beide Arme gleichermaßen.

Du bemerkst: Um eine Reaktion des Schirms zu erreichen braucht es schon den richtigen Einsatz körperlicher Gewalt. Nur so bleibt der Schirm bleibt nun die ganze Zeit über Dir.

Es gilt jetzt insbesondere: Flossen weg von Steuergriffen!

Wenn´s zu heftig wird und Du auch mit C&D nicht mehr zurecht kommst, provoziere einen B-Stall. Das mußt Du an dieser Stelle kennen und geübt haben. Hier kann es zu spät zum Üben sein. B-Stall muß sitzen.

Hey mal ehrlich und ernstlich: Hör auf wenn es Dir zu viel ist.Starkwind ist nicht der richtige Zeitpunkt um Grundlagen zu erarbeiten. Du wirst dort physisch und besonders psychisch an Deine Grenzen gebracht. –da brauchen wir über Deine Technik noch nicht mal zu reden.

Ernstlich: Deine Konzentration läßt unter der Anspannung sehr schnell nach. Du machst einen Fehler nach dem Andern. Das hat für Dich dann keinen Funcharakter mehr. Dein Verletzungsrisiko steigt im selben Verhältnis wie Du ausgepowert bist.

Also: Gönn´ Dir nicht nur ne Pause. Plane sie ganz bewußt ein.

Ich rede dabei weniger vom körperlichen Kraft schöpfen: Du brauchst diese Zeit um das Gelernte für dich im Hirn aufzuarbeiten. Dir über bestimmte Vorgänge klar zu werden. Hey und wenn Du für Dich in dieser Ruhephase zur Erkenntnis kommst, daß es für Dich zu viel ist: Hör tatsächlich ganz auf. Das ist voll in Ordnung.

Ich sag´s nochmal: Basis unseres Handels in Grenzbereichen ist die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Grenzenlose Selbsüberschätzung bleibt den Pubertieren vorbehalten. Aber auch die lernen über Kurz oder lang ihre Grenzen kennen.

Wir können und sollen unsere Grenzen erweitern. Dafür lernen wir. –wozu sonst?

Wir müssen aber nur Matsche im Kopf sein, uns bei Sturm in den offenen Pazifik zu schmeißen zum schwimmen lernen. Lernen wir dann etwas? Nein. Wir kämpfen nur ums Überleben. Selbst wenn wir dann wieder heil raus kommen: Wir waren so mit uns selbst beschäftigt, mit unserer Angst, daß wir keinerlei Gelegenheit hatten, irgend etwas zu lernen. Wir können uns solche Situationen also grad so gut ersparen. Hey und wer sagt denn, daß wir im Sturm schwimmen müssen?

Mal ehrlich: Wir geh´n schwimmen weil wir dabei Spaß haben, uns entspannen wollen. Das ist mit den Fliegen nicht anders. ´tschuldigung: Wir wollen unseren Spaß!

Hirn wieder klar und auf Empfang? Herz auf Normalfrequenz zurück geschaltet? (Lesen kann ganz schön anstrengend sein, puh! :-)

Also: Zurück zur Schirmarbeit:

  • Schirm hoch, stehen lassen.
  • Dann läufst Du los.
  • Seitlich, neben den Gurten. Aber weiter unter dem Schirm. Rechts wenn Du willst.
  • Schirm bleibt oben. Nicht nach unten, nicht auf 2/3. Oben. Stehen bleiben. Jetzt auf die andere Seite wieder rüber zum Ausgangspunkt. Schirm immer oben.

Hast Du kurz vor dem Halt bemerkt, daß Dein Schirm weiter will?

Okay. Das ganze noch mal:

  • Ab nach rechts mit Schwung. Kurz vor dem Wendepunkt: Reiß mal die Beine hoch!
  • Nein! Nicht sich an den Gurten in Deiner Hand hochziehen. Damit bewirkst Du just das Gegegnteil: Deinen Untergang! Weißt Du doch!
  • Im Gegenteil: Entlaste die Gurte. Der Schirm wird dich hoch tragen. Weißt Du doch auch!
  • Also zurück das Ganze! Anlauf, Beine hoch, fliegen. Kurz vor dem Wendepunkt kräftige Impulse über C&D: Punktlandung. Super!
  • Das Ganze kannst Du durch Deine Lauftechnik unterstützen.
  • Er trägt dich zu hoch? Spannung auf Gurte erhöhen. Harte, kräftige Impulse geben und runter kommen!
  • Bei Deinen Sprüngen wirst Du erneut bemerken, daß es dich in der Luft nicht ausdreht. Du kannst dich regelrecht von den Gurten abdrücken.

Gratulation!

Noch kurz zur Körperarbeit:

Im ganzen Script bin ich nur sehr am Rand auf die eigentliche Körperarbeit eingegangen. Stimmt.

Aber zum einen gleicht der Mensch bestimmte Bewegungen schon rein intuitiv aus. Druck setzt er Gegendruck entgegen oder er gibt dem Zug eben nach.

Ich gebe zu: Mir fällt es regelrecht schwer, meine –zum Teil geringen und intuitiven Bewegungen- zu ananlysieren und dann auch noch zu beschreiben. Sicher keine professionelle Einstellung. -ich weiß…

Zum anderen bin ich aber schlicht der Meinung, daß sich das Training des Körpereinsatz zum Fliegen am besten in der Luft, bei ruhigen Bedingungen erarbeiten läßt. –Mich stört am Boden eben schlicht, daß meine Beine bis zur Erde gehen und dorthin die entstehenden Kräfte des Flügels ableiten.

Insofern halte ich das Bodentraining eben auch für eingeschränkt geeignet, Flugzustände zu simulieren.

Ich nutze dazu am liebsten die viel geschmähten Abendflüge. Da bin ich meist ruhig. Hab mich am Tag ausgetobt. Klar ist das auch der Morgen dazu geeignet. Aber dort bin ich zu wibbelig –zu heiß auf´s fliegen. Da sitz ich lieber am Berg und studiere die Konditionen. ´s könnt ja jeden Moment los gehen und man verpaßt was.

Also wie gesagt: Für mich ist´s der Abend. (Ich muß mir heute mal dringend vornehmen, dann auch wirklich mal wieder vorwärts raus zu gehen und in den roten Abendhimmel zu fliegen.) Dann der viel belächelte Abgleiter bei Nullwind. Wenn ich “safe” und über den Bäumen bin, schließe ich die Augen und lasse die Bremsen los. -breite meine Arme aus und fliege nur gerade aus. Klingt albern? Okay entspricht definitiv auch nicht den Vorstellungen des DHV an sicheres Fliegen! Insbeondere dann nicht, wenn man das zu lang macht und dann “sanft inspiriert” unten unsanft einbombt…

Mit andern Worten: Die alte Sache. Kontrollblick nicht vergessen! ;-)

Nein im Ernst: Behalte mal bei einem solchen Abendflug die Leinen oben und steuer das Gerät mal ausschließlich über den Körper ohne Einsatz der Bremsen. Es ist ganz erstaunlich, wie wenig man tun muß!

Hangsoaring in laminarem Wind gibt dir den selben Lerneffekt. Versuch mal oben zu bleiben, in dem Du nur mit dem Körper steuerst.

So und nun kommen wir zu einer ganz neuen Dimension des Gleitschirmfliegens:

Vordergründig hat uns Küng sicherlich eine wunderbare -weil sichere- Starttechnik entwickelt. Weitergehend hat er jedoch mit seiner Technik sehr viel tiefer und weiter in unseren Sport und Gerät gewirkt. Wir können den Schirm als Kite benutzen

  • Er hat uns damit eine Technik vermittelt, mit der wir “das Produkt” Gleitschirm in neue Dimensionen nutzen können.
    Da wo wir bislang eingepackt haben, geht nun der Spaß am Boden erst los! Die Kneiper werden weinen, die Fitneß Studios neue Mitglieder werben müssen…
  • Wir werden auch den sportlichen Wettkampf weiter treiben können. Ich meinerseits weiß, daß wir unsere Flügel nun wie die kleinen Segel einsetzen können. Mike hat mir die Kosten für so ein Spielgerät gespart. (Nein, das Geld bleibt hier und wird nicht an ihn überwiesen! :-)
    Gerade hier in der Ebene: Jumps sind nur ein Element! Fun- Parks, Parcours etc., wurden ja als neues “Feld der Auseinandersetzung” mit dem Naturschutz bereits vorgeschlagen. :-)
  • Aber warte mal bis der Winter kommt!
    Wir brauchen nicht mehr zu überlegen, alte Segel zu zerschneiden, über verdrehte Einhängtechniken zu diskutieren: Skier oder Snowboards angeschnallt und mit “Küng-Technik” über die Felder geknallt!
  • Ich wäre nicht überrascht unsre Paras mit Küngtechnik irgendwann auch auf dem Wasser zu erleben. Okay für´s DHV-Sicherheitsreferat das Ganze dann vielleicht mit Schwimmflügeln -Vorschrift & Check?

Tja und nun: “Viel Spass!” – Lauf Dir Deine kleine Lunge raus! – Spring bis Dein Herz es nicht mehr mitmacht! – Tob Dich aus!

Vergiß aber auch nicht zur Ruhe zu kommen unter Deinem Schirm.

Nutze für Dich das ganze weite Spektrum:

Vom meditativen “nur” im Wind stehen bis hin zu den Riesenjumps

Pssst: …und wenn Du “Küng de King” treffen solltest, sag einfach: “Danke Mike!”

Mike is King

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