| Wie sieht diese Flugfigur aus?
Der Gleitschirm kippt seitlich mit großer Querneigung wechselweise nach links und rechts ab. Oder anders ausgedrückt, der Pilot pendelt unter dem Schirm nach links und rechts. |
Wo kommt diese Flugfigur in der Praxis vor?
Wenn eine Flügelhälfte von einem Auf- oder Abwind erfaßt wird, rollt der Flügel seitwärts. Ohne stabilisierende Maßnahmen kann es zum seitlichen Abschmieren und/oder seitlichen Einklappen kommen.
Wie wird diese Flugfigur erflogen?
Aus voller Fahrt wird eine Bremse mäßig schnell heruntergezogen und das Gewicht deutlich zur angebremsten Seite verlagert. Achtung: nicht zu weit und zu schnell herunterziehen! Trudelgefahr! Der Schirm wird jetzt den Bremsimpuls in Querneigung umsetzen. Die anschließend anzusetzende Kurve wird nur im Ansatz geflogen (max.90 Grad) und die Bremse zügig und vollständig wieder nach oben gelassen. Wenn die Bremse wieder ganz oben ist, wird in gleicher Weise die Gegenseite angebremst und das Gewicht zur anderen Seite verlagert. Durch dieses wechselseitige Anbremsen und seitliche wegtauchen wird der Schirm, der richtige Rhythmus ist wieder das Entscheidende, immer mehr aufgeschaukelt. Leichtes Anbremsen der Flügelaußenseite im jeweils höchsten Moment der Bewegung wirkt dem Einklappen spürbar entgegen. Alle Schirme lassen sich durch starkes Rollen zum seitlichen Einklappen bringen. Vor dem Klappen wird in der Regel die Eintrittskante der betreffenden Seite weich und die Leinen beginnen aufgrund der Entlastung durchzuhängen. Beobachtet man diese Anzeichen an seinem Schirm, so wird die Flugfigur ausgeleitet. Das Rollen bis zur Einklappgrenze ist damit erflogen.
Diese Flugfigur kann in jedem Stadium durch beidseitiges leichtes Anbremsen beendet werden.
Rollen bis zum Einklappen
Will man das Klappverhalten seines Schirmes testen, so bringt man den Schirm durch starkes Rollen zum Einklappen. Beim Klappen der Flügelaußenseite (nicht angebremste Seite) kommt es in der Regel zu wenig markanten Reaktionen. Der nachpendelnde Pilot gibt dem eingeklappten Schirm einen Impuls zur offenen Seite und die Einklappung öffnet meist ganz oder teilweise selbsttätig. Anders beim Klappen der Flügelinnenseite (angebremste Seite). Der durch die Einklappung hervorgerufene Drehimpuls der Kappe wird durch den in die gleiche Richtung nachpendelnden Piloten noch verstärkt. Der Schirm stürzt in eine Spiraldrehung, die eine sofortige Korrektur verlangt.
Mögliche Fehler
| zu schwache Steuerimpulse | nur angedeutetes Rollen |
| unrhythmisches und/oder verfrühtes Anbremsen |
Rollbewegungen werden gedämpft |
| Steuerimpuls zögerlich bzw. zu lange gehalten | Schirm dreht mehr als einen Viertelkreis, undeutliches Rollen |
| Pilot geht nicht mit der Bewegung mit bzw. Gewichtsverlagerung nach der falschen Seite | Entfaltung der Drehbewegung gehemmt
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Mögliche Gefahren
| zu starke, lang gehaltene oder zu schnelle Steuerbewegungen | akute Trudelgefahr |
| Extreme Ausführung des Manövers | u.U. heftiges Klappen mit starkem Wegdrehen |
Das Original und das dazugehörige Sicherheitstraining gibt es bei Fabian Schreiner
PTC Klewenalp
